Mutige Komparse

Fusseline spielt in dem vorhin gezeigten Film eigentlich nur eine Nebenrolle, als sie den Pick-Teller verlässt. Und doch darf sie hier etwas sehr Entscheidendes zeigen…

Sie hat genug von der Pickerei und beschließt, an ihren Lieblingsnageplatz zu gehen, der sich örtlich gesehen unter der Kamera befindet. An der Kamera hängt auch meine Hand und vor allem ICH (für kleine Leute eine Riesin!). Dafür muss sie also sehr mutig auf mich zugehen, was ihr bisher eher nicht möglich war.

Am Ende des Filmes ist sie tatsächlich unter der Kamera, dazwischen das große Dach, aber eben doch sehr nah bei mir. Ich breche deshalb die Filmerei ab und lobe sie gebührend, entferne mich auch etwas.

So etwas schafft Vertrauen: Bei Aktionen in der Nähe der kleinen Leute immer alle im Blick behalten, besonders natürlich jene, die unsicher sind. Zeigen sie mit der Körperhaltung eher Anzeichen zur Flucht oder wirken sie entspannt? Fusseline zeigte hier deutlich, dass sie unsicher ist. Also habe ich mich nicht mehr bewegt. Als sie ihren ganzen Mut zusammen nahm, zog ich mich zurück, um ihr zu zeigen, dass ich ihr Vorhaben sehe und respektiere. Das merken die sich!

So handhabe ich das grundsätzlich und vor allem natürlich auch bei Neuzugängen. So lernen wir uns kennen und sie erfahren ohne Angst, wie hier unsere täglichen Rituale sind, die fast immer gleich ablaufen und Verlässlichkeit bieten. Das ist letztlich auch die Grundvoraussetzung für das Spritzentraining.