Schlafen gehen

Bei uns gehen am Abend die fünf Tageslichtröhren eine nach der anderen per Zeitschaltuhr gesteuert aus. Im Film seht ihr die letzten Momente, bevor die letzte ausgeht. Höchste Zeit, in die Voliere zu gehen…

Danach wird es schummerig und es ist einstweilen eine Funzel angegangen, damit alle noch genug sehen, um einen Schlafplatz aufzusuchen. Wer jetzt noch nicht in der Voliere ist, beeilt sich.

Und damit die Federlose den Einschluss nicht verpasst, bimmelt bei ihr am Glotzkasten in ihrer Schlafhöhle ein Spieluhrwecker. Alle wissen bescheid: gleich kommt die Federlose ums Eck und schließt die Voliere. Das lernen auch Neulinge sehr schnell weil sie sehen, dass uns Alteingesessene das null interessiert…

Mit einer Ausnahme: wenn sich jemand einen der drei Spezial-Fußiplätze mit Ausgugg am Gitter reservieren will. Da muss man echt schnell sein, denn Badetücher haben wir ja nicht…

Oskar muss nochmal ein paar Runden drehen und nach allen schauen: ist alles OK? Sind alle da? Dann hockt er sich noch ein paar Momente zum Opa Mimsi und sucht erst dann einen eigenen Schlafplatz, den wir ihm übrig gelassen haben.

Einige knuspern schon und von den Ästen kommt ein leises Piepseln:

Gute Nacht Oskar Gute Nacht Willma Gute Nacht Pamuk Gute Nacht Findik Gute Nacht E.T. Gute Nacht Mücke Gute Nacht Fusseline Gute Nacht Muffin Gute Nacht Opa Mimsi Gute Nacht Lise Gute Nacht Federlose

Licht geht aus und es leuchtet nur noch ein Nachtlicht.

Manchmal kommt die Federlose nochmal rein, weil irgendwer keine Ruhe gibt. Dann steckt sie ein Stöckchentaxi durch einen Spalt zu uns rein und chauffiert alle an einen guten Schlafplatz.

Rituale sind wichtig! Der Einschluss am Abend gehört zu unserem Alltag: im Winter 20 Uhr, im Sommer 21 Uhr. Da kennt die Federlose kein Pardon, auch wenn mal einer aus der Reihe tanzen will und draußen campen: das geht aus Sicherheitsgründen nicht und das wissen wir auch ganz genau.