Fusseline übt das Ding mit dem *dcht*dcht*dcht*, denn das verunsichert sie noch sehr. Nicht nur, weil das ein schwarzer Kasten ist, sondern auch die Federlose, die da dranhängt…
Es ist nicht mein Ziel, die Vögel zu „zähmen“, sondern lediglich den Umgang im Alltag für die Wellensittiche entspannt und stressfrei zu gestalten. Dazu gehört neben dem Spritzentraining auch das Fotografieren, weil ich sehr schlecht sehe und auf den Fotos am PC viel mehr Details erkennen kann.
Um die Wellies näher zu betrachten, muss ich sie also nicht in jedem Fall direkt einfangen/fixieren. Das erspart ihnen am Ende sehr viel Stress.
Als Beispiel wären hier Räudemilben zu nennen, die ich mit einem gut aufgelösten Bild schon im Anfangsstadium erkennen könnte und deshalb zeitnah einen Termin beim vogelkundigen Tierarzt vereinbaren würde. Milben sind nur eines von sehr vielen Beispielen, warum die kleinen Leute an die Knippserei gewöhnt werden sollen.
Auf diesem Bild wäre das noch nicht möglich, aber es ist schon ein guter Anfang, denn immerhin bleibt sie mal sitzen, wenn auch noch sehr angespannt. Anfangs war sie schon geflüchtet, als sie mich von weiter weg auf sie zukommen sah.

Je behutsamer und empathischer die Gewöhnung stattfindet, desto schneller entspannen sie. Besonders bei sehr scheuen Leutchen wie Fusseline ist das enorm wichtig. Jede Kleinigkeit und jede falsche Bewegung kann sofort um Längen zurückwerfen!
Besonders wichtig ist hierbei die Beachtung ihrer Körpersprache. Sie senden ständig Signale aus, die man teils kaum wahrnehmen kann. Beachtet man diese nicht, hat man bald ein Kommunikationsproblem, das hausgemacht ist: die Vögel bleiben ängstlich und scheu.
Noch einmal abschließend: es ist nicht das Ziel sie zu „zähmen“!
Das Ziel ist ein stressfreier Alltag für die kleinen Leute.